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Schraubgrund

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Was ist ein Schraubfundament?

Ein Schraubfundament ist ein stabförmiges Gründungselement, meist aus Stahl, das in den Boden eingedreht wird. Im Handel heißt es auch Erdschraube. Schraubanker, Schraubpfahl und Erdanker meinen dasselbe, so das Deutsche Institut für Bautechnik, kurz DIBt. Sie sind rund 0,8 bis 10 m lang, im Handel auch kürzer. Ihre Last geben sie überwiegend über Reibung an den Boden ab. Wie viel es trägt, hängt von Boden und Fundament ab. In der Regel wird das je Bauwerk ermittelt. Wie lange es hält, hängt unter anderem davon ab, wie stark der Boden den Stahl angreift.

Erdschraube, Schraubanker, Schraubpfahl: Ist das dasselbe?

Für dasselbe Bauteil sind viele Namen im Umlauf. Die Tabelle ordnet sie.

Begriff Was gemeint ist
Schraubfundament Oberbegriff auf dieser Seite. Das DIBt beschreibt Schraubfundamente als stabförmige Gründungselemente, meist aus Stahl. Je nach Form werden sie eingeschraubt, eingedrückt oder eingeschlagen.
Schraubanker, Schraubpfahl, Bodenanker, Erdanker, Spinnanker Für das DIBt gleichbedeutend. Gemeint sein können auch Systeme aus mehreren Stäben mit einer gemeinsamen Kopfverbindung.
Erdschraube, Erdschrauben-Fundament So heißt das Bauteil im Handel. Dort werden Schraubfundamente auch als „überdimensionale Erdschrauben“ beschrieben.
Erdschraubanker, Bohrfundament, Drehfundament Weitere Namen aus Handel und Fachpresse.
Stabanker Das eine Ende des Spektrums. Für Stabanker gilt nach dem DIBt die Norm DIN EN 13782 „Fliegende Bauten“.
Einzelner Schraubpfahl Das andere Ende. Nach dem DIBt gilt er als Pfahl, genauer als Mikropfahl oder Verdrängungspfahl.

Was sind Fliegende Bauten? Gemeint sind bauliche Anlagen, die dafür geeignet und bestimmt sind, wiederholt an wechselnden Orten aufgestellt und zerlegt zu werden. So definiert es Art. 72 Abs. 1 der Bayerischen Bauordnung.

Über Größe und Regelwerk sagt der Name allein wenig. Hinter „Schraubfundament“ kann ein Bauteil für einen Zaunpfosten stecken. Ebenso kann ein Schraubpfahl gemeint sein, der mindestens 1,7 m tief eingebaut wird. Fragen Sie deshalb bei jedem Angebot nach Länge, Durchmesser und Nachweisen.

Ein Schraubfundament kann zwei Rollen übernehmen: als Punktfundament einer Flachgründung oder als Pfahl einer Tiefgründung. Bei einer Flachgründung tragen Fundamente die Lasten flächig in den Boden ab, auch Einzelfundamente gehören dazu. Bei einer Tiefgründung leiten Pfähle die Lasten bis in tiefer liegende, tragfähige Bodenschichten.

Wie sich ein Schraubfundament von einem betonierten Punktfundament unterscheidet, lesen Sie im Ratgeber Schraubfundament oder Betonfundament?.

Wie ist ein Schraubfundament aufgebaut?

Typisch ist ein meist verzinktes Stahlrohr mit aufgeschweißtem Gewinde. Es wird senkrecht in den Untergrund gedreht. Das geht mit hydraulischen oder elektrischen Eindrehgeräten, aber auch von Hand.

Grafik Aufbau Schraubfundament

Material und Verzinkung unterscheiden sich von Produkt zu Produkt. Ein Beispiel ist eine Produktreihe mit Rohrdurchmessern von 60 bis 114 mm. Sie besteht aus Baustahl S355, feuerverzinkt nach DIN EN ISO 1461, mit einer Zinkschicht von mindestens 70 µm. Ihre Längen und Tragwerte stehen weiter unten.

Ein System langer Schraubpfähle hat eine allgemeine Bauartgenehmigung des DIBt mit der Nummer Z-34.15-253. Wir nennen es im Folgenden kurz „das genehmigte Pfahlsystem“. Sein Bescheid nennt Stahl S 235 oder S 355, unverzinkt oder feuerverzinkt.

Die Tragwirkung lässt sich auf mehreren Wegen erhöhen. Das DIBt nennt ein Gewinde auf der Mantelfläche, eine Form als Schnecke, zusätzliche Teller oder mehrere Stäbe als Gruppe. Auch ein Forschungsbericht einer Universität für das DIBt zeigt: Mehrere entlang des Schafts angeschweißte schraubenförmige Platten erhöhen die Tragfähigkeit.

Längere Systeme bestehen aus mehreren Teilen. Das genehmigte Pfahlsystem setzt sich aus einem Grundelement mit Bohrspitze, Verlängerungsstücken, Verbindungsbolzen und einem Pfahlkopf zusammen. Die Pfähle werden Stück für Stück drehend und verdrängend eingebracht. Erreichbar sind Einbautiefen von mindestens 1,7 m und im Regelfall bis 8 m.

Bauformen nach Anschluss

Am Kopf wird das Bauwerk befestigt, und je nach Bauwerk ist dieser Kopf unterschiedlich geformt.

Bauform Wofür, zum Beispiel
U-Kopf Auf gängige Holzbalkenmaße abgestimmt. Für liegende und stehende Hölzer, etwa bei Carport und Holzterrasse
Gewindeanschluss Ein zentriertes Gewinde, an das das Objekt direkt angeschraubt wird, etwa eine Fertiggarage oder ein Container. Auch als Innengewinde M12 oder M24
Kopf mit Gewindeschrauben Eine, drei oder vier Gewindeschrauben für die senkrechte Montage, etwa von Masten und Zaunpfosten
Flansch Runder oder eckiger Flansch, an dem das Objekt befestigt wird
Verlängerbar Für Projekte mit hohen Lasten. Für ein solches System besteht die allgemeine Bauartgenehmigung Z-34.15-253 des DIBt

Wie lang muss ein Schraubfundament sein? 80 cm, 100 cm oder mehr

Die Länge richtet sich nach dem Boden. Das Schraubfundament soll durch die obere, lockere Bodenschicht hindurch bis in den gewachsenen Boden reichen. Für einfache Projekte zum Selbermachen mit geringen Anforderungen genügt erfahrungsgemäß eine Länge, die sicher unter die organischen Bodenschichten reicht.

Der Einfluss der Tiefe

Unter Druck hängt die Tragfähigkeit im Wesentlichen von zwei Größen ab: vom Durchmesser und von der Einbindetiefe. Das ist ein Ergebnis des Forschungsberichts für das DIBt. Mit Einbindetiefe ist gemeint, wie tief das Fundament im Boden steckt. Beim genehmigten Pfahlsystem zählt dafür nur der Teil in tragfähigem Boden.

Unter Zug verhielten sich die Fundamente in den Versuchen anders. Zug heißt hier, dass die Last das Fundament aus dem Boden ziehen will. Dabei hatte die Einbindetiefe großen Einfluss, und der Herausziehwiderstand stieg mit ihr überproportional. Der Durchmesser hatte bei den untersuchten Einbindetiefen dagegen nur geringen Einfluss.

Das ist ein Versuchsergebnis, keine Regel für jedes Produkt. Bei der Produktreihe aus diesem Ratgeber nehmen die Zugwerte auch mit dem Durchmesser zu. In dichtem Kies und bei 2.100 mm Länge steigen sie von 17,3 Kilonewton bei 76 mm Durchmesser auf 30,2 Kilonewton bei 114 mm.

Nennlänge, Einbautiefe, Einbindetiefe

Nicht die Länge allein zählt, sondern wie weit das Fundament in tragfähigen Boden reicht. Drei Längenangaben werden dabei leicht verwechselt.

Angabe Was sie beschreibt
Nennlänge Die Länge des Bauteils, wie sie im Datenblatt steht
Einbautiefe Wie tief der Pfahl insgesamt eingedreht wird. Beim genehmigten Pfahlsystem sind es mindestens 1,7 m
Einbindetiefe Der Teil, der in der tragfähigen Bodenschicht steckt. Beim genehmigten Pfahlsystem sind es mindestens 1,20 m

Ein Beispiel für ein Längenprogramm ist die Produktreihe aus diesem Ratgeber, deren Nennlängen nach Rohrdurchmesser gestaffelt sind. Andere Produkte haben andere Maße, das DIBt nennt für solche Gründungselemente Einbaulängen von rund 0,8 bis 10 m.

Rohr-Ø Nennlängen
60 mm 600, 800, 1.000 mm
76 mm 800, 1.000, 1.300, 1.600, 2.100 mm
89 mm 1.600, 2.100 mm
114 mm 1.600, 2.100 mm

Frosttiefe

Frostfrei ist der Boden je nach Region erst in 80 bis 120 cm Tiefe. Für die Produktreihe aus der Tabelle sollen Längen ab etwa 800 mm in vielen typischen Anwendungsfällen die nötige Frosttiefe abdecken. Eine allgemeine Regel ist das nicht. Welche Tiefe an Ihrem Bauort gilt, klären Sie mit Ihrem Planer.

Mehr zur Frosttiefe lesen Sie im Ratgeber Fundament ohne Beton.

Wie hält ein Schraubfundament im Boden?

Nach dem DIBt geht die Last überwiegend über Mantelreibung in den Boden. Gemeint ist die Reibung zwischen der Oberfläche eines Pfahls und dem Boden um ihn herum.

Beim Eindrehen schiebt das Schraubfundament den Boden zur Seite und wirkt so als Verdrängungspfahl. In vielen Böden verdichtet sich das Erdreich dabei. Es kann sich aber auch auflockern, etwa in grobem Kies.

Am Gewinde verzahnt sich das Fundament mit dem Boden, Fachleute sprechen von Formschluss. Am Rohrschaft entsteht im verdichteten Boden zusätzlich Mantelreibung.

Äußere und innere Tragfähigkeit

Bei der Tragfähigkeit unterscheidet man zwei Seiten. Die äußere bestimmt der Boden, die innere die Schraube selbst. Für die äußere zählt unter anderem, wie der Boden zusammengesetzt ist, wie dicht er gelagert ist und wie sich das Grundwasser bewegt. Das klärt ein Baugrundgutachten.

Für Planung, Bemessung und Ausführung verweist das DIBt grundsätzlich auf die Technischen Baubestimmungen, die verbindlichen technischen Regeln. Für die äußere Tragfähigkeit nennt das DIBt unter anderem DIN EN 1997-1 mit nationalem Anhang und DIN 1054. Für die innere nennt es die Normenreihe Eurocode 3.

Kräfte in Achsrichtung: die Regeln des genehmigten Systems

Angeboten werden Schraubfundamente für senkrechte und waagerechte Lasten. Für das genehmigte Pfahlsystem gelten engere Regeln. Seine Pfähle dürfen planmäßig nur axial beansprucht werden. Axial heißt in Richtung ihrer Achse.

Horizontale Lasten dürfen bei diesem System höchstens 3 % der Vertikallasten betragen. Damit ungewollt ausmittige Lasten keine Biegung erzeugen, sind die Pfähle passend anzuordnen, etwa mit mindestens drei Pfählen unter einer Einzellast.

Auch der Abstand der Pfähle zählt. Eine Gruppenwirkung benachbarter Pfähle lässt sich bei diesem System nur ausschließen, wenn sie weit genug auseinanderstehen. In der Regel muss der Achsabstand dafür mindestens so groß sein wie die Pfahllänge. Stehen die Pfähle enger, ist zu prüfen, wie sie sich gegenseitig beeinflussen.

Das alles sind Regeln dieses einen genehmigten Systems. Allgemeine Grenzwerte für alle Schraubfundamente sind es nicht.

Warum wird die Tragfähigkeit vor Ort ermittelt?

Wie ein Schraubfundament trägt, lässt sich mit analytischen Rechenmodellen kaum vorhersagen. Zu diesem Ergebnis kommt der Forschungsbericht für das DIBt. Solche Modelle erfassen zum Beispiel nicht, wie der Boden beim Eindrehen verdrängt und aufgelockert wird. Die derzeit beste Möglichkeit, die Tragfähigkeit zu ermitteln, sind Probebelastungen.

Auch nach dem DIBt ist die äußere Tragfähigkeit in der Regel für das einzelne Bauwerk zu ermitteln. Das geschieht zum Beispiel durch Baugrunduntersuchungen und Probebelastungen.

Beim genehmigten Pfahlsystem gehören Probebelastung und Bemessung zusammen. Für die Vorbemessung dürfen Erfahrungswerte des Herstellers angesetzt werden. Der Wert für die Bemessung ist dann je Baugröße durch Probebelastung auf der Baustelle zu ermitteln. Für Druck gilt dabei DIN EN ISO 22477-1, für Zug DIN EN ISO 22477-2, beides Normen für axiale Pfahlprobebelastungen.

Bestätigt die Probebelastung die Vorbemessung nicht, ist die Pfahllänge zu erhöhen. Je Baufeldbereich mit vergleichbarem Baugrund sind mindestens zwei Probepfähle zu prüfen.

Und was verrät das Eindrehmoment? Der Forschungsbericht hält es für vielversprechend, die Bemessung auf Erfahrungswerte zu stützen und auf Zusammenhänge zwischen Drehmoment und Tragfähigkeit. Weil die Form dabei vermutlich stark mitspielt, muss jeder Hersteller dieses Wissen für seine Produkte selbst aufbauen.

Wie viel trägt ein Schraubfundament? Belastbarkeit je Boden

Das hängt von Boden, Länge und Durchmesser ab. Einen Wert für „das“ Schraubfundament gibt es deshalb nicht.

Wie stark der Boden zählt, zeigen die Werte der Produktreihe aus der Längentabelle. Das Datenblatt führt sie als „Tragfähigkeit des Baugrunds“ und weist sie als charakteristische Werte aus. Angegeben sind sie in Kilonewton, kurz kN, und ohne Gewähr.

Die Angaben gelten nur für vollständig eingedrehte Schraubfundamente. Die Tabelle zeigt einige Druckwerte.

Rohr-Ø × Länge Torf, organischer Boden Weicher Ton Dichter Kies
Ø 76 × 800 mm 0,2 kN 0,4 kN 10,1 kN
Ø 76 × 1.000 mm 0,2 kN 0,5 kN 12,9 kN
Ø 76 × 2.100 mm 0,6 kN 1,4 kN 30,3 kN
Ø 89 × 2.100 mm 0,7 kN 1,7 kN 37,6 kN
Ø 114 × 2.100 mm 1,0 kN 2,4 kN 53,7 kN

Alle Werte sind charakteristische Druckwerte des Baugrunds. Für Zug nennt das Datenblatt niedrigere Werte, bei Ø 76 × 1.000 mm in dichtem Kies zum Beispiel 6,9 statt 12,9 kN.

Was zeigen die Zahlen? Zunächst den Einfluss des Bodens. Dasselbe Schraubfundament Ø 76 × 1.000 mm erreicht in dichtem Kies 12,9 kN und damit ein Vielfaches der 0,2 kN in Torf.

Auch die Länge zählt, aber nicht in jedem Boden gleich. Von 800 auf 1.000 mm Länge steigt der Wert in dichtem Kies von 10,1 auf 12,9 kN. In Torf bleibt er bei 0,2 kN.

Beim Durchmesser ist es ähnlich. Bei 2.100 mm Länge steigt der Wert in dichtem Kies von 30,3 kN bei Ø 76 auf 53,7 kN bei Ø 114. Diese Zahlen gelten für eine einzige Produktreihe, andere Schraubfundamente können andere Werte haben.

Was bedeutet „charakteristischer Wert“?

Ein charakteristischer Wert ist keine Last, die Sie auf ein Schraubfundament stellen dürfen. Er ist der Ausgangswert für eine Berechnung. Nach dem Eurocode 7 für die Geotechnik ist der charakteristische Wert einer Bodenkenngröße eine vorsichtige Schätzung.

Für den Sicherheitsnachweis wird mit solchen Werten nicht direkt gerechnet. Die Lasten werden mit Teilsicherheitsbeiwerten erhöht, die Widerstände des Bodens durch Teilsicherheitsbeiwerte geteilt und damit vermindert. Beide Ergebnisse heißen Bemessungswert.

Ausreichend sicher ist die Gründung rechnerisch erst, wenn der verminderte Widerstand größer ist als die erhöhte Last. Auch der DIBt-Bescheid für das genehmigte Pfahlsystem trennt beide Größen. Den charakteristischen Pfahlwiderstand leitet er aus der Probebelastung ab, mit festgelegten Grenzen für die Verformung des Pfahls. Den Bemessungswert führt er als eigene Größe.

Ein Beispiel zur Größenordnung: 10,1 kN entsprechen rechnerisch der Gewichtskraft von rund 1.000 kg. Das heißt nicht, dass dieses Schraubfundament 1.000 kg tragen darf. Wie viel Last es aufnehmen darf, ergibt sich erst aus der Bemessung. In der Regel wird die äußere Tragfähigkeit außerdem für das einzelne Bauwerk ermittelt.

Hinzu kommt, dass die Werte unter „Tragfähigkeit des Baugrunds“ stehen. Sie betreffen den Boden und damit die äußere Tragfähigkeit. Für die innere Tragfähigkeit der Schraube selbst nennt das DIBt eigene Normen. Lassen Sie Lasten und Nachweise deshalb von der Tragwerksplanung festlegen.

Was bedeutet die Angabe „bis 15 t“?

Eine Produktbeschreibung nennt bis zu 15 Tonnen Druckbelastung, je nach Bodenbeschaffenheit und Fundamenttyp. Zugleich empfiehlt sie, die Tragfähigkeit immer durch Probebelastungen nachzuweisen. 15 t entsprechen einer Gewichtskraft von rund 147 kN.

Ob damit ein charakteristischer oder ein anderer Wert gemeint ist, geht aus der Angabe nicht hervor. Werte verschiedener Hersteller lassen sich deshalb nicht direkt vergleichen.

Steine, Fels und belastete Böden

Bei der Produktreihe aus den Tabellen dürfen im oberen Einbindebereich keine Steine liegen, die größer als 50 mm sind. Für die Schraubfundamente eines weiteren Anbieters gilt: In Fels gehen sie nur mit Vorbohren, in aggressiven oder belasteten Böden gar nicht. Ein Bodengutachten soll dabei zwingend hinzugezogen werden.

Wo Schraubfundamente sonst an Grenzen stoßen, lesen Sie unter Vor- und Nachteile.

Dasselbe Fundament, drei Böden

Schraubfundament Ø 76 × 800 mm, charakteristischer Druckwert des Baugrunds

Werte einer Produktreihe laut Datenblatt, ohne Gewähr; nur für vollständig eingedrehte Fundamente. Zulässige Lasten sind das nicht.

Wie lange hält ein Schraubfundament? Haltbarkeit und Korrosion

Nach dem DIBt ist in den technischen Regeln nicht abschließend geregelt, wie man die Dauerhaftigkeit von Stahl im Boden nachweist. Eine Jahreszahl, die für alle Schraubfundamente gilt, lässt sich daraus nicht ableiten.

Schraubfundamente sind meist aus verzinktem Stahl, das genehmigte Pfahlsystem gibt es aber auch unverzinkt. Wie lange ein Zinküberzug schützt, hängt von der Korrosionsbelastung und von der Dicke der Zinkschicht ab. Angaben zu Zinküberzügen in Kontakt mit Böden enthält die Norm DIN EN ISO 14713-1.

Bodenklasse und Korrosion am Beispiel des genehmigten Pfahlsystems

Wie der Boden in die Planung eingeht, zeigt der DIBt-Bescheid für das genehmigte Pfahlsystem. Dort wird der Korrosionsschutz nach geplanter Nutzungsdauer und Bodenklasse ausgewählt. Die Bodenklasse wird für den Boden am Bauort bestimmt, nach einem Bewertungsverfahren der Norm DIN 50929-3.

Bodenklasse I steht für eine niedrige Korrosionsbelastung. Der Bescheid nennt Bedingungen, unter denen von Bodenklasse I ausgegangen werden kann. Sie müssen dafür alle zusammen erfüllt sein.

Dazu gehören unter anderem ein Bodenwiderstand über 100 Ωm und ein pH-Wert von mindestens 6. Hinzu kommt, dass der Boden keine nennenswerten Beimischungen korrosionsfördernder Stoffe enthält, etwa Sulfide, Sulfate oder Salze. Der Bodenwiderstand ist ein elektrischer Wert. Ω steht für Ohm, die Einheit des elektrischen Widerstands.

Zudem darf der Pfahl keine leitende Verbindung zu anderen Metallteilen im Boden haben, etwa zu Stahlbetonbauteilen, Kupfererdern oder metallenen Rohrleitungen.

Für feuerverzinkte Pfähle dieses Systems geht der Bescheid je nach Bodenklasse von Nutzungsdauern zwischen 10 und 100 Jahren aus. Die 100 Jahre setzt er nur bei niedriger Korrosionsbelastung an, in Bodenklasse I. Für unverzinkte Pfähle sind die Werte zum Teil kürzer.

Bei verzinkten Pfählen ergibt sich die Nutzungsdauer aus zwei Teilen. Zur Verzinkung kommt eine festgelegte Abrostung von insgesamt 1,5 mm, innen und außen zusammen. Diese Abrostung ist auch beim Nachweis der inneren Tragfähigkeit anzusetzen.

Wie sind diese Jahre einzuordnen? Es sind Planungswerte eines Systems, nach denen der Korrosionsschutz dieses Pfahlsystems ausgewählt wird. Sie sagen nicht, wie lange ein beliebiges Schraubfundament im Garten hält.

Die Werte gelten nur für das genehmigte Pfahlsystem mit Einbautiefen ab 1,7 m. Auf andere Schraubfundamente lassen sie sich nicht übertragen. Welche Bodenklasse gilt, wird für den Boden am Bauort bestimmt.

Gesondert nachzuweisen ist beim genehmigten Pfahlsystem auch der Anschluss des Pfahlkopfs an das Bauwerk. Dazu gehört der Nachweis, dass der Pfahlkopf an der Luft korrosionsbeständig ist.

Angaben im Handel und Wartung

Für die feuerverzinkten Schraubfundamente eines weiteren Anbieters werden bis zu 100 Jahre Nutzungsdauer angegeben. Der Anbieter beruft sich dabei auf ein Korrosionsgutachten. Das Gutachten und die zugrunde gelegten Bodenbedingungen nennt er nicht.

Für die Produktreihe aus den Tabellen wird eine jährliche Sichtprüfung empfohlen.

Wie wird ein Schraubfundament eingebaut?

Eingedreht wird von Hand mit einem Drehwerkzeug, mit einem handgeführten Elektroeindreher oder mit einem maschinengeführten Hydraulikantrieb. Welche Methode passt, hängt von Boden und Länge ab. Bei der Produktreihe aus den Tabellen sind handgeführte Elektroeindreher für Längen bis 2.100 mm vorgesehen. Ab 1.000 mm Länge ist eine Eindrehmaschine üblich.

Wer eindreht, braucht genügend Anpressdruck, dreht gleichmäßig und kontrolliert dabei Drehmoment und Lot. Schiefstellung, ungenaues Arbeiten und nach oben geförderte Erde können die Tragfähigkeit mindern.

Für die Produktreihe aus den Tabellen gilt ein senkrechter Einbau mit einer Toleranz von ± 2 Grad. Empfohlen ist ein Eindrehmoment von 200 bis 450 Newtonmetern. Wer sie von Hand eindreht, sollte bei steinigem Boden vorbohren oder vorstechen.

Beim genehmigten Pfahlsystem sind für jeden Pfahl unter anderem Bohrgerät und Drehmoment zu dokumentieren. Wird das maximale Eindrehmoment erreicht, bevor die Einbindetiefe erreicht ist, sind die Arbeiten abzubrechen. Die Tragfähigkeit ist dann durch zusätzliche Probebelastungen nachzuweisen.

Selbst eindrehen oder Fachbetrieb?

Weniger anspruchsvolle Anwendungen ohne Statiknachweis können Sie selbst montieren. Die Gründung eines Wohngebäudes gehört dagegen in die Hand eines Fachbetriebs. Werkzeug, Mietmaschinen und Ablauf beschreibt der Ratgeber Schraubfundamente selber eindrehen.

Das Video lädt erst nach dem Klick, ohne Cookies vorher, mit Untertiteln und Beschreibung.

Einsatzbereiche: vom Verkehrsschild bis zum Wohnhaus

Die Einsatzbereiche reichen vom Verkehrsschild bis zum Wohngebäude. Dazwischen liegen Werbepylonen, Fahnenmasten, Zäune, Terrassen und Balkonbeläge, Spieltürme, Carports und Gartenhäuser. Auch Solar-Freilandanlagen, Containeranlagen, modulare Gebäude und Tiny Houses gehören dazu.

Mehr zu einzelnen Projekten finden Sie hier.

Schraubfundamente beim Wohnhaus

Ein Wohnhaus ist kein Projekt zum Selbermachen, wie im Abschnitt zum Einbau beschrieben. Im Verzeichnis des DIBt stehen im Sachgebiet Schraubfundamente drei Bescheide (Stand 20.10.2026). Nur einer davon betrifft eingeschraubte Pfähle, die beiden anderen gelten für Anker, die geschlagen statt eingeschraubt werden.

Der Bescheid für die eingeschraubten Pfähle ist eine allgemeine Bauartgenehmigung, keine Zulassung. Er trägt die Nummer Z-34.15-253 und gilt bis 22.12.2028. Er erfasst nur dieses eine verlängerbare Pfahlsystem mit Einbautiefen ab 1,7 m. Kurze Schraubfundamente, wie sie die Längen- und die Tragwerttabelle oben zeigen, fallen nicht darunter.

Eine solche Genehmigung weist nach, dass der genehmigte Gegenstand im Sinne der Landesbauordnungen anwendbar ist. Die für ein Bauvorhaben vorgeschriebenen Genehmigungen ersetzt sie nicht. Ob Sie eine Baugenehmigung brauchen und welche Nachweise nötig sind, klären Sie im Einzelfall mit Tragwerksplanung und Bauamt.

Ausführlich erklären das die Ratgeber Zulassung und Statik und Schraubfundament für den Hausbau. Beispiele aus zwei Bundesländern stehen unter Fundament ohne Beton.

Kurz beantwortet

Kann man ein Haus auf Schraubfundamente stellen?

Ja, die Einsatzbereiche reichen bis zum Wohngebäude. Beim Haus wird die Tragfähigkeit in der Regel für das einzelne Bauvorhaben ermittelt, etwa durch Probebelastungen. Die Montage gehört dann in die Hand eines Fachbetriebs. Was beim Hausbau dazugehört, lesen Sie unter Schraubfundament für den Hausbau.

Gibt es eine Zulassung für Schraubfundamente?

Die Bescheide im Verzeichnis des DIBt gelten jeweils für ein bestimmtes Produkt. Für eingeschraubte Pfähle steht dort eine allgemeine Bauartgenehmigung, keine Zulassung, für ein System mit Einbautiefen ab 1,7 m (Stand 06.10.2026). Welche Nachweise Ihr Vorhaben braucht, erklärt der Ratgeber Zulassung und Statik.

Was kostet ein Schraubfundament?

Preise im Handel, Beispielpreise mit Einbau und die Kostenfaktoren lesen Sie unter Was kostet ein Schraubfundament?.

Ihr Projekt: Anfrage stellen

Sie planen ein Haus, ein Tiny House, einen Holzbau oder ein anderes Projekt auf Schraubfundamenten? Beschreiben Sie Ihr Vorhaben und hängen Sie Pläne und Fotos vom Grundstück an, wenn Sie welche haben. Wir geben Ihre Anfrage an einen geprüften Fachbetrieb weiter, der Projekte wie Ihres schon gebaut hat. Die Anfrage ist kostenlos und unverbindlich.

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Quellen

Diese Seite wurde am 27.10.2026 überarbeitet.

  1. Bayerische Bauordnung (BayBO) Art. 72 Genehmigung fliegender Bauten · Gesetz · abgerufen am 2026-10-17
  2. DIBt Allgemeine Bauartgenehmigung Z-34.15-253: KRINNER V-Serie - Schraubpfahl als Gründungselement für bauliche Anlagen (22.12.2023) · Zulassung · abgerufen am 2026-10-17
  3. DIBt Allgemeine Bauartgenehmigung Z-34.15-253: KRINNER V-Serie - Schraubpfahl als Gründungselement für bauliche Anlagen (22.12.2023); Z-34.15-254; Z-34.15-256 · Zulassung · abgerufen am 2026-10-17
  4. DIBt Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung/Allgemeine Bauartgenehmigung Z-34.15-254: Spirafix-Anker als Gründungselement für bauliche Anlagen (14.01.2025) · Zulassung · abgerufen am 2026-10-17
  5. DIBt: Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung/Allgemeine Bauartgenehmigung Z-34.15-256: HeBa-Fixit System als Gründungselement zur Verankerung baulicher Anlagen (16.04.2026) · Zulassung · abgerufen am 2026-10-17
  6. DIBt: Verzeichnis der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen, Zulassungsbereich 34 Tiefbau und Grundbau (Stand 20.10.2026) · Zulassung · abgerufen am 2026-10-27
  7. DIBt Informationsportal Bauprodukte und Bauarten: Schraubfundamente, Stabanker und ähnliche · Behörde · abgerufen am 2026-10-17
  8. Universität der Bundeswehr München, Institut für Bodenmechanik und Grundbau: Kurzbericht DIBt-Forschungsvorhaben P52-5-11.79-1421/12 „Tragfähigkeit von Schraubfundamenten unter statischer und zyklischer Last“ (Fraunhofer IRB) · Wissenschaft · abgerufen am 2026-10-17
  9. Institut Feuerverzinken: Arbeitsblatt F3 DIN EN ISO 14713 Teil 1 und 2 · Verband · abgerufen am 2026-10-17
  10. baublatt Nr. 18 (3.9.2021), J. Zeitner: Schraubfundamente – Solide bauen ohne Beton · Fachpresse · abgerufen am 2026-10-17
  11. Baunetz Wissen Beton: Flachgründungen · Fachpresse · abgerufen am 2026-10-17
  12. Baunetz Wissen Beton: Tiefgründungen · Fachpresse · abgerufen am 2026-10-17
  13. dach+holzbau 08/2018, Rüdiger Sinn: Ein Haus auf 30 Stützen · Fachpresse · abgerufen am 2026-10-17
  14. Duden online: axial · Fachpresse · abgerufen am 2026-10-17
  15. Fertighaus.de Lexikon: Frostschürze · Fachpresse · abgerufen am 2026-10-17
  16. Lernhelfer (Duden Learnattack): Schülerlexikon Physik, Elektrischer Widerstand · Fachpresse · abgerufen am 2026-10-17
  17. Lernhelfer (Duden Learnattack): Schülerlexikon Physik, Fallbeschleunigung oder Ortsfaktor · Fachpresse · abgerufen am 2026-10-17
  18. Ziegler, M.: 1.1 Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau. In: Witt, K. J. (Hrsg.): Grundbau-Taschenbuch, Teil 1: Geotechnische Grundlagen, 8. Auflage, Ernst & Sohn (Leseprobe Wiley-VCH) · Fachpresse · abgerufen am 2026-10-17

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